Bewerbungen im Ausland

Wesentliche Bestandteile der Bewerbungsunterlagen im spanischen, lateinamerikanischen und anglo-amerikanischen Sprachraum sind:

1. Aussagekräftiges Anschreiben, wobei Kreativität sehr geschätzt wird. 2. Tabellarischer Lebenslauf. 3. Arbeitszeugnisse, wenn angefordert.

Sehr empfehlenswert ist es, einen vorherigen Arbeitgeber mit Kontaktdaten anzugeben.

Ich berate Sie bei der Zusammenstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen und übersetze sie ins Spanische und Englische. Dabei achte ich auf die landesüblichen Gegebenheiten (Lokalisierung), denn Spanien ist nicht gleich Lateinamerika, sowie England nicht gleich Australien ist.

Erfahren Sie mehr über Lokalisierung.

Sollten Arbeitszeugnisse übersetzt werden?

Um sich im Ausland zu bewerben, reichen grundsätzlich das Anschreiben und der tabellarische Lebenslauf als Bewerbungsunterlagen aus. Es ist nicht wirklich üblich Zeugnisse beizufügen, außer es wird ausdrücklich in der Stellenausschreibung erwähnt. Statt der Zeugnisse kann man den vorherigen Arbeitgeber als Referenz nennen.

Sind allerdings Zeugnisse gefordert oder möchte man sie übersetzt mit einreichen, so sind einige Dinge zu beachten.

Was steht eigentlich im deutschen Zeugnis:

Bekanntermaßen werden in deutschen Arbeitszeugnissen besondere Floskeln verwendet, die gut klingen, aus denen jedoch jeder Personalleiter etwas ganz anderes entnimmt. Genauer betrachtet ist die Beurteilung nicht so gut wie sie scheint.

Wenn es in einem deutschen Zeugnis heißt „er erledigte seine Aufgaben zu unserer Zufriedenheit“ könnte man denken, dass man seine Arbeit gut und zufrieden stellend erledigt hat. Falsch! Ein Personalleiter liest zwischen den Zeilen und versteht darunter, dass die erbrachte Leistung ausreichend war. Ein „Ungenügend“ beinhalten Sätze wie „Herr Mustermann hat sich bemüht, seine Aufgaben zur unserer Zufriedenheit zu erledigen“.

Das ist in anderen Ländern absolut unüblich. Es ist den meisten Personalleitern unbekannt, dass solche Floskeln eine derartig negative Wertung enthalten. Wenn man einem Personalchef in Spanien, England oder Lateinamerika gegenüber erwähnt, dass dies bei deutschen Zeugnissen üblich ist, sind sie meistens sehr überrascht und finden diese indirekten Bewertungen hinterhältig, diese Floskeln stellen eher den ehemaligen Arbeitgeber in ein schlechtes Licht als den Bewerber.

Bei der Übersetzung werden diese Sätze deshalb so übernommen wie sie stehen, und es wird nicht auf den eigentlichen Hintergrund eingegangen, da in den anglo-amerikanischen und spanischsprachigen Ländern negative Beurteilungen auf Zeugnissen nichts zu suchen haben und solche Floskeln nicht als negativ interpretiert werden.